Effizienzsteigerung trifft Nachhaltigkeit: Lernen, begreifen, verbessern mit dem Vision Green Essential Training von greenXellence
„Wie riecht und klingt die Zukunft nachhaltiger Produktion?“
Vor wenigen Tagen verwandelte sich ein Seminarraum der Hochschule Pforzheim in eine Werkstatt voller Energie: Bohrer surrten, Pressluftkompressoren brummten und es lag der Geruch geschäftigen Arbeitens in der Luft – fast wie in einer echten Fertigungshalle. Inmitten dieses Szenarios wagten acht Master- und Bachelorstudierende gemeinsam mit Prof. Dr. Frank Bertagnolli ein spannendes Experiment: das neu entwickelte Vision Green Essential Training von greenXellence. Ihre Mission: aus recyceltem Kunststoff eine funktionierende grüne Brille herzustellen – Sinnbild für den geschärften Blick auf eine Produktion, die kostengünstiger, energieeffizienter und ressourcenschonender ist.
Trainingsziel
Ziel ist es die Teilnehmenden mitzunehmen auf eine praxisnahe Reise: Produktionsprozesse verstehen und analysieren, konkrete Effizienzhebel erkennen und bewerten, Optimierungen direkt erproben und gemeinsam Lösungen entwickeln, die sich unmittelbar im eigenen Betrieb anwenden lassen und nachhaltige Wirkung entfalten.

Der Ablauf
Nach einer Einführung und der obligatorischen Sicherheitsunterweisung startete die erste Produktionsrunde.
Die Brille durchlief sechs klar definierte Arbeitsstationen:
- Spritzgussmaschine – formen der Brillenteile aus recyceltem Kunststoff
- Bauteile ausheben – entnehmen der Brillenteile aus der Gussform
- Bohren – anbringen der notwendigen Bohrungen für die spätere Montage
- Feinbearbeitung – Nachbearbeitung und Glätten der Brillenteile
- Verschrauben – zusammenfügen der einzelnen Komponenten zu einer funktionsfähigen Brille
- Qualitätskontrolle – Prüfung des Endprodukts auf Funktion und Qualität.
Jeder Teilnehmende übernahm dabei eine feste Rolle in der Produktion oder im:
- Energiemanagement: Analyse des Energieverbrauchs
- Umweltmanagement: Dokumentation der Abfallmengen & Ressourcenschonung
- Arbeitswirtschaft: Erfassung der Bearbeitungszeiten
- Qualitätskontrolle: Bewertung von Output und Qualität
Am Ende der Runde wurden die Ergebnisse ausgewertet und Optimierungspotenziale für die nächste Produktionsrunde identifiziert.

Analyse mit der RESSOURCEN-Methode
Anschließend kam die „RESSOURCEN“-Methode zum Einsatz – ein Ansatz, der systematisch Ansatzpunkte zur Effizienzsteigerung aufzeigt, sowohl in der Energy Factory als auch im Unternehmensalltag.
Dazu gehörten:
- Wiegen und Analysieren des Abfallaufkommens
- Grafische Auswertung des Energiebedarfs (Lastgangkurve)
- Untersuchung von Wärmeverlusten per Wärmebildkamera
- Aufspüren von Druckluft-Leckagen
Das Ergebnis: rund 30 konkrete Verbesserungsideen, die in die zweite Produktionsrunde einflossen.

Verbesserungen und Ergebnisse
Die umgesetzten Maßnahmen zeigten beeindruckende Wirkung:
- Reduktion der Spritzguss-Temperatur → spürbare Senkung des Energieverbrauchs bei gleichbleibender Qualität
- Senkung des Druckluftbedarfs → Leckagen behoben, unnötige Verbraucher abgeschaltet
- Abschalten von Maschinen in Pausen → deutliche Reduktion der Grundlast
- Recycling der Kunststoffangüsse → Rohstoffe effizienter genutzt
- Mehrweg-Ladungsträger → Verpackungsabfälle signifikant reduziert

Resultate nach der zweiten Produktions-Runde
- +60 % höherer Output
- –80 % Energieverbrauch
- –60 % Abfallaufkommen
- –12 % Zeitbedarf pro Bauteil
- –20 % Gesamtkosten
Key Learnings
- In jedem Unternehmen stecken zahlreiche ungenutzte Ressourcen-Potenziale
- Mit dem richtigen Blick für Ressourcen und Effizienz lassen sich diese sichtbar machen
- Eine strukturierte Vorgehensweise offenbart große wie kleine Stellhebel
- Viele Verbesserungen können sofort umgesetzt und wirksam eingeführt werden
- Zusammengenommen führen diese Maßnahmen zu effizienteren Prozessen, geringeren Kosten, reduziertem Energieverbrauch und weniger Abfall

Stimmen der Teilnehmenden
- „Sehr abwechslungsreiche Schulung – praxisnah und spannend“
- „In die Produktion gehen und selbst analysieren öffnet die Augen“
- „Einfach mal machen – man sieht schnell, ob es besser wird“
- „Die Praxisübungen haben mir besonders geholfen, das Gelernte direkt anzuwenden“
Die Rückmeldungen zeigen: Die Kombination aus Theorie, Analyse und direkter Umsetzung überzeugt.
Prof. Dr. Frank Bertagnolli, Professor für Lean Production und Ressourceneffizienz: „Eine sehr empfehlenswerte Veranstaltung, die Nachhaltigkeitsmanagern, Führungskräften, Planern – eigentlich allen Mitarbeitenden – die Augen öffnet.“
„Wenn Nachhaltigkeit in der Breite umgesetzt werden soll, braucht es praxisnahe Trainings, die Menschen befähigt, Verbesserungspotenziale zu erkennen und umzusetzen“.

Dankeschön
Ein herzliches Dankeschön an Prof. Dr. Frank Bertagnolli für die Möglichkeit, einen weiteren Pilotversuch des Trainings durchzuführen und an die engagierten Teilnehmenden: Sophie Kämpfe, Tabea Kury, Sophie Lausenmeyer, Lina Pieroth, Nick Weinstein, Bennet Simon, Christopher Rauen, Nick Weinstein sowie an Kurt Gauss für wertvolle Hinweise zum Gesamtablauf.
Weiterführende Informationen: Mehr Infos, Bilder und Filme und findest du auf der Website von greenXellence.



